Hamburgs Skyline – Mahnmal St.Nikolai

Die Skyline Hamburgs ist geprägt von Kirchtürmen, gesprenkelt mit einigen Beispielen der Moderne.

Die Geschichte unserer herrlichen Stadt zeigt sich hier durch verschiedenste Epochen und Ihre Baustile. Auch der eine oder andere Hamburger weiß mit unter nicht, wie viel die Hansestadt an der Elbe erlebt, durchlitten und überstanden hat. (Tipp: Fahren Sie mit der S-Bahn Linie S3 oder S31 vom Hauptbahnhof 2 Stationen bis nach Veddel! Zu Ihrer rechten können Sie, von den Elbbrücken aus und besonders bei Dämmerung, eine wunderschöne Aussicht genießen!)

Derzeit erkennt man unsere ehemalige Hauptkirche an dem Baugerüst, welches den Turm von allen Seiten stützt und den Bauarbeitern die Instandsetzung ermöglicht.

St.Nikolai Kirche – erste Anfänge 1195

Erstmal zu seinen Anfängen. Bereits 1195 begann man mit dem Bau einer Kapelle. Direkt in der neulich gegründeten ‘weltlichen Neustadt’, zwischen der bischöflichen Altstadt und dem Hafen gelegen, bot sie mit 12 x 26 Metern Platz für 300 Personen.

Die Lage war auch für die Namensgebung nicht unbedeutend! Die Kapelle wurde dem Heiligen Nikolaus geweiht – dem Schutzpatron der Seefahrer und Reisenden.

Etwa 50 Jahre später wurde die St.Nikolai, durch die schnell wachsende Gemeinde, erweitert. So bot sie anschließend ganzen 1000 Gläubigen Platz. Wieder 100 Jahre später erhielt er seinen ersten Turm, von (damals) 60 Metern Höhe.

  • Turm 1. wurde durch einen Blitzschlag vollständig zerstört
  • Turm 2. stürzt nach einem Unwetter ein
  • Turm 3. schwere Schäden durch Blitzschläge (zweimal innerhalb von knapp 30 Jahren)

Der große Brand 1842

1842 fiel die gesamte Kirche (mit Turm 3.) dem ‘Großen Brand’ zum Opfer.

Nach etlichen Disputen zwischen Pastoren, Architekten und Ratsmitgliedern wurde die Kirche wieder Aufgebaut.

Durch den Weiterbau des Kölner Doms inspiriert, sollte der neue Nikolai mit seinem gotischen Baustil und der romantisch-mittelalterlichen Kathedrale die Anwachsende Frömmigkeit der Stadt symbolisieren. Nach 28 Jahren war der Bau komplett fertiggestellt.

Bis heute ist der 147,3 Meter hohe Turm das zweithöchste Gebäude der Stadt und der fünfthöchste Kirchenbau der Welt.

Die Operation-Gomorrha 1943

Die Höhe der Kirche sollte leider auch Ihr Untergang sein. 1943 war der Turm der St.Nikolai Kirche das höchste Gebäude Hamburgs und somit die ‘Zielscheibe’ der Alliierten, bei dem Bombenangriff auf Hamburg – der Operation Gomorrha. Das Dach stürzte ein wodurch es den gesamten Innenraum verwüstet.

Obwohl der Turm als Ziel auf die Innenstadt genutzt wurde, blieb ausgerechnet dieser stehen. (Durch ‘Göttliche Fügung’ wie wir so schön sagen!)

Einige der eingerissenen Wände blieben stehen, sodass man die Ausmaße des Kirchenschiffs, des Altarraums und die Einschläge der Bombensplitter bis heute sehen kann. In den erhaltenen Teilen der Krypta befindet sich eine Dauerausstellung über die bewegende Geschichte der Kirche und die Zerstörungen des Bombenangriffes. Im Turm befindet sich ein gläserner Fahrstuhl, welcher zur 76 Meter hohen Aussichtsplattform fährt. Die Plattform bietet etwas, für Hamburg, einzigartiges! Hier sind Bildtafeln angebracht, welche (unter anderem) den Panoramablick zur Nachkriegszeit zeigen und dem Besucher so einen unglaublich Beeindruckenden Vergleich ermöglichen.

Die riesige Anzahl an Glocken im Turm lockt bis heute, mit Ihren regelmäßigen Konzerten, die Besucher in die Kirche. Heutzutage ist die Ruine der Hauptkirche St.Nikolai als Mahnmal „den Opfern von Krieg und Gewaltherrschaft zwischen 1933 und 1945“ gewidmet.

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